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19″ Studio-Rack selber bauen (DIY Tutorial deutsch)

Wir bauen ein günstiges 19″ Studio-Rack mit 12 HE (Höheneinheiten) selbst – in diesem Video zeige ich, wie es geht. Das Rack hat unten 2 HE Platz für eine Endstufe oder Schublade und oben 10 HE in einem sehr flachen Winkel – bequem um im Sitzen an den Geräten im Rack zu arbeiten.

Hier findet ihr außerdem die genauen Maße, Links zu allen Bauteilen und die 3D-Dateien um das Rack einfach zu modifizieren.

Mehr Platz im Studio-Rack

Beine erste Skizze...
Meine erste Skizze…

Auf meinem Tisch stehen schon zwei schicke, weiße Studioracks von Thomann mit je 4 HE. Die kann man im Detail auch in meinem Studiotour-Video sehen. Die sind bezahlbar, schick, super stabil und leider voll, sobald mein nächstes Projekt fertig ist.

Höhere Studio-Racks auf dem Schreibtisch gehen nicht, weil dann die Monitorboxen nicht mehr auf der idealen Höhe wären. Bleibt also nur ein Rack unter dem Tisch.

Die Feature-Wunschliste

  • weiß und aus Holz, passend zu den Tischracks
  • 2 HE gerade mit voller Einbautiefe (50 cm) für eine Schublade oder Endstufe
  • 10 HE Platz für Geräte auch mit möglichst viel Einbautiefe
  • die Geräte sollen sich im Sitzen bequem bedienen und ablesen lassen, also fast flach eingehängt sein
  • leichtgängige, feststellbare Rollen
  • Rückseite mit Platz für Kabel und Luftzirkulation

Studio-Rack in 3D

diy-studio-rackwagenFür die Planung hab ich meinen Rackwagen in 3D angelegt. So konnte ich auch ausprobieren, welche Einbautiefen bleiben. Und ich hab das ganze so entworfen, dass es gerade so unter meinen Tisch passt – oben bleibt nur knapp 1 cm Spielraum.

Studio-Rack als 3D-Datei (ZIP; 2,6 MB)

Bauteile für den Rackwagen

Folgende Teile hab ich verbaut:

Einbautiefe von Studioracks

Wenn man von Rackschubladen, großen Endstufen oder wenigen Vintage-Geräten absieht, sind viele Studiogeräte zwischen 200 und 340 mm tief. Größere Geräte brauchen zwischen 400 und 440 mm Platz. Das hab ich versucht bei der Planung zu berücksichtigen, damit ich mindestens zwei Geräte mit voller Einbautiefe ins Rack bekommen. Und nicht vergessen: Die Audiostecker & Kabel auf der Rückseite brauchen auch oft noch 50 bis 80 mm.

Höheneinheiten berechnen – für Studio-Racks und Geräte-Fronten

1 HE entspricht 44,4 mm Höhe. Wenn man also wie ich 10 HE haben möchte, rechnet man 10 mal 44,4 mm = 444 mm. Ich würde in jedem Fall noch ein paar mm Reserve draufrechnen, falls man mal ein Gerät mit kleinen Gummifüßen einbauen will, oder kleinere Geräte mittels einer Rackwanne einbaut – die Rackwanne braucht u.U. etwas Platz. In meinem Fall hab ich 6 mm draufgerechnet, danach waren’s runde 450 mm. Natürlich mal zwei, denn man braucht ja ne Schiene links und rechts.

Thomann verkauft die Schienen in Stücken à 1 Meter – in der Mitte durchgesägt entspricht das ziemlich genau 11 HE. Ich hab blöderweise mit 12 HE geplant, wer also besonders kosteneffektiv bauen will, kauft nur eine Schiene!

Andere Maße für Geräte!

44,4mm ist das Einbaumaß für Racks – wer eine Gehäusefront baut, der muss davon einmalig pro Gerät 0,8 mm abziehen, damit man Platz für den Einbau hat. Also z.B. ein Gerät mit 3 HE hat dann 3 x 44,4 mm – 0,8 mm = 132,4 mm Frontpanel Höhe.

Die Frontplatten der Geräte sind genau 482,6 mm breit. Das Gerät was hinten dranhängt ungefähr 435 mm. Die Einbauöffnung soll 450 mm breit sein. Weil die Rackschinen genau 25 mm breit sind geht das ganze genau auf: 450 + 2 x 25 = 500 mm Breite Innenmaß. Heißt einfach: die Bodenplatten ist genau 500 mm breit, die beiden Seitenteile werden von außen draufgeschraubt und dann passt das ganze!

Schnittliste

Alle Angaben in Millimetern, Breite mal Höhe:

  • Boden: 500 x 600 mm
  • 2 x Seiten: 630 x 604 mm
  • Front: 500 x 353 mm
  • Oberseite: 498 x 468 mm
  • 2 x Rackschiene 10 HE: 450 mm
  • 2 x Rackschiene 2 HE: 93 mm

studio-rack-selber-bauen-groessen

Wer wie ich nicht selbst sägen möchte, kann sich alle Teile – bis auf die Schräge – hier fertig bestellen:
http://www.holzzuschnitt-shop.de

Achtung: Umleimer!

Spanplatten haben ein ziemlich unansehnliches Inneres – man sieht nämlich die Holzspäne. Darum müssen alle später sichtbaren Kanten mit einem sog. Umleimer versehen werden, einem Band in der gleichen Optik der Plattenoberfläche. Im Falle der Schräge muss man dies selbst aufbügeln, wer die Bretter vorgeschnitten bestellt, kann diese gleich mit einem professionell aufgebrachten Umleimer bestellen. Alle grün markierten Kanten brauchen diesen Umleimer:

studiorack-selber-bauen-umleimer

Werkzeug

Neben einem Akkubohrer bzw.-schrauber habe ich diese Tools beim Zusammenbau des Studioracks verwendet. Sehr zu empfehlen ist das Undercover-Jig, mit dem sich schräg gebohrt unsichtbare Verbindungen herstellen lassen. Das Ding ist unglaublich praktisch und günstig. Passend dazu braucht man nur eine Zwinge:

Auch wenn dem Undercover-Jig Senkkopfschrauben beiliegen, würde ich in jedem Fall eher Linsenkopfschrauben (Link siehe oben) empfehlen. Hier gibt’s auch die passenden Bits.

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