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Abbey Roads REDD EQ – Passiver EQ (Teil 1)

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REDD-Console, Foto: Kevin Whitlock

Oppa sagte immer: „Früher hatten wir ja nichts.“ Das traf aber nicht nur auf Opa zu, sondern auch auf die ersten Tonstudios. Es gab kein Equipment von der Stange sondern alles musst selbst erdacht und gebaut werden. In den Abbey Road Studios waren dies Anfang der 60er Jahre die REDD Console – ein Röhrenmischpult mit einem Zweiband-EQ: Hi- und Low-Shelf.

Diese Klangregelung baue ich gerade nach. Aber es steckt noch mehr in der Kiste…

Passiver EQ  für zwischendurch

Im Zuge von Pop-Produktionen merkte man bald, das der EQ dafür nicht ausreicht und baute kleine externe EQs, die man einfach in der Signalkette dazwischen steckte. Ähnlich wie bei Gitarrentretmienen, aber mit der Besonderheit, dass es passive Geräte waren, die keine eigene Stromversorgung brauchten. Eine dieser Boxen hieß RS 127 und konnte bei 2,7 kHz, 3,5 kHz und 10 kHz das Signal um +- 10 dB bearbeiten.

Externer passiver EQ REDD RS 127 - Foto: Softube
Externer passiver EQ REDD RS 127 – Foto: Softube

Diese beiden passiven EQs hat sich Ian Thompson-Bell vorgenommen und auf einer kleinen 10 x 10 cm großen Platine untergebracht. Es gibt kein Kit, kein drumherum und Röhren hat’s auch nicht.

Die fast komplett bestückte Platine. Teuer sind die großen Induktoren vorne und hinten.
Die fast komplett bestückte Platine. Teuer sind die großen Induktoren vorne und hinten.

Benutzen kann man die Schaltung tatsächlich passiv. Allerdings gibt’s nur einen unsymetrischen Eingang, 10 dB Signalverlust und man benötigt einen hochohmigen unsymetrischen Input um das Signal wieder zurückzuholen. Irgendwie unsexy.

Die letzten zwei freien Slots

Ich will das Ding jetzt ins Api 500 Format bringen – zwei Steckplätze hat mein Rack noch frei. Dort habe ich mit 11,4 x 14,irgendwas Zentimetern genug Platz für die Platine. Die Herausforderung wird aber, auch noch einen Eingangs- und Ausgangsübertrager, Bypass-Schalter, Trimpoti und vor allem die Schaltung um einen diskreten Opamp unterzubringen. Letzterer soll die rund 10 dB Verlust aufholen, damit ich den EQ auch einfach als Insert einsetzen kann.

Die Platinen verkauft Ian noch zum Selbstkostenpreis (großartig, der Mann!): 2 Stück aus England inkl. Versand: 26,50 €. Günstig sind auch die Aluwinkel im 500er Format: Bekommt man bei Volker für 8 € pro Stück.

Jetzt wird’s teuer!

Alles was nun kommt tut im Geldbeutel weh – zumal ich noch nicht weiß ob alles so funktioniert wie ich mir das denke.

Bauteile Händler Preis
Grayhill Drehschalter und einzelne Induktoren Farnell 170,00 €
4 Induktoren und 2 Carnhill Input-Übertrager Audio Maintenance Ltd 220,00 €
sonstige EQ-Bauteile Mouser 42,00 €
Noch fehlt:
– Potiknöpfe
– Ausgangsübertrager
– Bypass-Schalter und Trimpot
– DOA
– div. Teile um alles zusammenzubringen

 

grayhill-drehschalter-fuer-redd-eq
Die Grayhill-Drehschalter die ich gekauft habe passen nicht direkt auf die Platine. Dadurch kann ich sie freier positionieren, muss aber dutzende Kabel löten.
passiver-eq-redd-eq-api-modul-audio-uebertrager
Hier liegt die Platine in der Alu-Halterung. Der blaue Carnhill Eingangs-Übertrager findet sich auch in den Neve-Mischpulten wieder, daneben der winzige Ausgangsübertrager, von dem ich noch nicht weiß ob der auch das tut was er soll….

 Aktueller Stand

Noch fehlen ein paar Widerstände und Kondensatoren um den ersten EQ fertig zu bauen. Diese sollten in den nächsten Wochen kommen. Um die Potis anzulöten muss ich die genaue Position auf dem Frontpanel festlegen. Dafür kam heute noch eine weitere Lieferung Potiknöpfe. Ich werde also jetzt ein wenig hin und herschieben und hoffen das bald alles passt…

potiknoepfe-fuer- selbstbau-EQSobald es mehr zu erzählen gibt geht’s weiter…

 

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